28.04.2010
Kurioses aus dem Cockpit
"Drücken Sie die Stewardess fest auf Mund und Nase"
Von Stephan Orth und Antje Blinda
Die Sicherheitseinführung im Flugzeug muss nicht langweilig sein - wenn die Crew plötzlich von Haien, neckischen Leuchten und dem fünften Triebwerk spricht. SPIEGEL-ONLINE-Leser verraten ihre absurdesten Anekdoten aus der Luft und was es heißt, wenn der Pilot sagt: "Wir haben 10.000 Nieten an Bord!"
Sie schwenkt die Arme, lässt Gurtschnallen zuklicken, pustet andeutungsweise ins Röhrchen: Die Stewardess ist zum "Sicherheitsballett" angetreten, wie Vielflieger die Einweisung vor Flugbeginn bezeichnen. Mit ausgeklügelter Choreografie und leicht gequältem Lächeln ringt sie um die Aufmerksamkeit eines wenig dankbaren Publikums. Dieses vertreibt sich die Wartezeit bis zum Start hinter raschelnden Zeitungen, mit einem Schwatz unter Kollegen oder versucht, mit angstfeuchten Händen die Fassung zu bewahren. Eine Szene, die sich tagtäglich unzählige Male auf Flughäfen abspielt.Die Präsentation der grellfarbenen Weste ist oft der Höhepunkt dieser Ballettaufführung - auch wenn von Meer, Fluss oder See weithin nichts zu sehen ist und etwa in Europa die wenigsten Flüge über größere Wasserflächen führen. Aber auch wenn es über den Ozean geht oder auf einer Piste am Meer gelandet wird, ist die Wahrscheinlichkeit, nach einem Absturz im Wasser zu treiben, im Jet-Zeitalter verschwindend gering. Und damit auch die Sicherheit, die eine Weste bieten kann.
Aberglaube und Flugangst
Bei Flügen über Land sind europäische Fluggesellschaften nicht verpflichtet, Rettungswesten mitzuführen. Aber sie tun es, obwohl das Gewicht der Westen den Treibstoffverbrauch erhöht. Logistisch wäre das Aus- und Umpacken zu aufwendig, heißt es, doch noch ein Faktor könnte eine Rolle spielen: Der Kontrollgriff nach dem Paket unter dem Sitz wirkt beruhigend auf flugängstliche Passagiere. Die zwar nicht der Hochtechnologie des millionenteuren Flugzeugs vertrauen, aber ihre Hoffnungen in das dünnschichtige Nylon-Utensil setzen - samt Pfeifchen, Lämpchen und Aufblasautomatik.Der Glaube an die Rettungsweste ist so groß, dass Air Canada Jazz im August 2008 einen Sturm der Entrüstung entfachte, als sie - mit den Gesetzen ihres Landes konform - beschloss, auf Rettungswesten zu verzichten, und Sitzkissen als Schwimmhilfen deklarierte: Die kanadische Regionalfluglinie wollte Kerosin und Kosten sparen. Dass sie damals praktisch ausschließlich über Festland flog, beruhigte wenig. "Wie sollen sich denn Arthritis-Patienten an ein Kissen krallen", entsetzte sich eine Frau im Fernsehen und sah sich ihrer Sicherheit an Bord beraubt.
Da nehmen viele Fluglinien wie Lufthansa, Alitalia oder Singapore Airlines mehr Rücksicht auf die Gefühle ihrer Kunden: Sie verzichten sogar in ihren Flugzeugen auf die Sitzreihe 13 - damit Flugangst und Aberglaube sich nicht potenzieren.
Die lustigsten und haarsträubendsten Flugzeuganekdoten unserer Leser - aus dem SPIEGEL-ONLINE-Buch "Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt":
Auf einem Lufthansa-Flug von Hamburg nach Frankfurt erklärte die Crew: "Bei einem Druckverlust ziehen Sie eine der Stewardessen ganz zu sich heran und drücken Sie sie fest auf Mund und Nase." Da schauten sogar die vielen Geschäftsleute und Vielflieger morgens kurz nach 6 Uhr lächelnd hinter der Zeitung hervor.
Dirk Hüttemann, Berlin
Auf einem Flug von Hamburg nach Mallorca sagte die Stewardess bei der Sicherheitseinweisung: "Da wir heute über Wasser fliegen, müsste ich Ihnen normalerweise noch Hinweise zur Wasserlandung geben. Laut Statistik beträgt die Chance, eine solche Landung zu überleben, weniger als ein Prozent. Daher spare ich mir heute die Gymnastik."
Markus Schmidt, Schenefeld
Ansage eines Stewards bei Ryanair während der Sicherheitseinweisung: "Im Falle einer Evakuierung oder sollten Sie vor meinen Kolleginnen fliehen wollen, hat diese 737 mehrere Notausgänge."
Christian Wolf, Hamburg
Vor dem Start eines Fluges von Oakland nach Frankfurt meldete der Pilot aus dem Cockpit: "Leider ist unser fünftes Triebwerk ausgefallen, wir werden aber trotzdem starten." Eine Stewardess erklärte dann aber, dass nur die Klimaanlage ausgefallen sei, der Pilot mache gern Späße. Das Problem mit der Klimaanlage sei ganz einfach zu lösen - indem während des Fluges ein Schlauch herausgelassen werde.
Lukas Klumpp, Leinfelden-Echterdingen
Auf einem Flug von Dubai nach München wurde ein neuer A 340-600 eingesetzt, die Besatzung kam offenbar mit den Neuheiten noch nicht gut klar. Eine Stewardess versuchte mehrmals, eine Ansage zu machen. Sie dachte, es würde nicht funktionieren. Aber die Passagiere konnten alles hören: "Eins, zwei, Test, Test. Hallo? Scheißtechnik." Als sie merkte, dass die Passagiere ihren Kommentar mitbekommen hatten, entschuldigte sie sich und meinte: "Hoffentlich kommen die Jungs vorne im Cockpit mit dem neuen Flieger besser klar als ich."
Werner Portner, Berlin
Auf dem Flug von Las Vegas nach Los Angeles mit Pacific Southwest Airlines gab es Probleme mit dem Fahrwerk. Zweimal flogen wir über den Flughafen, damit die Mitarbeiter im Tower gucken konnten, ob unser Fahrwerk ausgefahren ist. Dann meldete der Pilot: "Ich habe gute Neuigkeiten. Wir können jetzt landen. Bitte ignorieren Sie die kleinen gelben Feuerwehrautos."
Klaus D. Jaspert, Aichtal
Auf dem Flug von Frankfurt am Main nach Detroit weckte uns auf etwa halber Strecke das Knacken der Lautsprecheranlage. Ein verschlafen klingender (nette Auslegung) beziehungsweise betrunken klingender (meine Auslegung) Steward informierte uns: "Meine, ähm, Damen und Herren - (Pause) - es ist schlimm." (Längere Pause). Und dann: "Aber nicht so schlimm." Wir schwankten zwischen Neugier und Anspannung. "Ein Triebwerk ist ausgefallen", klärte er uns auf. Dann ein Knacken in der Leitung. Stille. "Aber wir haben insgesamt drei Triebwerke. Wenn noch eins ausfällt, können wir immer noch fliegen. Und wenn alle drei ausfallen, können wir immer noch landen!"
Sandra Voglreiter, Rostock
Ein paar Sekunden nach dem Start unseres Fluges mit Qantas von Singapur nach Frankfurt erschütterte ein enormer Schlag das Flugzeug, dann war ein metallisches Kreischen zu hören. Die Boeing 747 vibrierte, und ohne Gurt hätten einige auf dem Gang gesessen. Kurz darauf kam eine Durchsage des Piloten: "Äh, wie einige von Ihnen vielleicht bemerkt haben, hatten wir ein Problem während des Take-off. Zurzeit untersuchen wir die Ursache. Alle Instrumente zeigen an, dass wir noch fliegen. Und dass wir noch in der Luft sind und ich mit Ihnen reden kann, bedeutet, dass dieses Problem nur vorübergehend war und wir unseren Flug fortsetzen können." Ein paar Minuten später folgte die Ansage der Flugbegleiterin mit zittriger leiser Stimme: "Da wir uns immer noch in der Luft befinden, besteht kein Grund zur Sorge." Beruhigend war das nicht.
Carsten Steimel, Bielefeld
Vor dem Start unserer Boeing 777 von Chicago nach Frankfurt kam die Durchsage: "Meine Damen und Herren, unter unserem Flugzeug wurden diverse Schrauben gefunden. Der technische Dienst überprüft gerade, ob sie von unserem Flugzeug stammen." Nach etwa einer Stunde kam wieder eine Durchsage: "Wir haben eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gefundenen Schrauben sind nicht von unserem Flugzeug. Aber die Kontrolle hat ergeben, dass uns da Schrauben fehlen, wo eigentlich welche sein sollten." Nach einer weiteren Dreiviertelstunde folgte dann die letzte Durchsage: "Wie es scheint, haben wir wieder alle Schrauben an Bord und werden in Kürze starten."
Robert Bielesch, Köln
Bei einem Flug nach München konnten wir wegen eines schweren Gewitters nicht landen und mussten fast eine Stunde über der Stadt kreisen - was dank der starken Böen dem Gefühl einer Achterbahnfahrt sehr nahekam. Als wir schließlich unsanft gelandet waren, kam die Durchsage einer gutgelaunten Stewardess: "Ich habe eine gute Nachricht für alle Sparfüchse unter Ihnen: Sie sind heute zum normalen Flugpreis mehr als die doppelte Strecke geflogen!"
Dirk Thiesmann, München
Mein Lieblingsspruch auf einem sehr turbulenten Flug um ein Gewitter herum war folgender: "Hier spricht der Kapitän. Ich wurde gerade gefragt, wie weit unsere Tragflächen ausschlagen. Im Moment sind es 2,50 Meter. Bei 2,70 Meter reißt die erste Niete. Und wir haben 10.000 Nieten an Bord."
Volker Rapp, Erkrath
Im Landeanflug auf Mallorca flogen wir in dunkler Nacht und vollständigem Nebel, als die Maschine einen kurzen Ruck machte. Sofort fingen fast alle Passagiere an zu klatschen, weil sie dachten, wir seien gelandet. Dann kam aber die Durchsage des Kapitäns: "Vielen Dank für Ihren Beifall. Aber es ist relativ normal, dass wir vor der Landung das Fahrgestell ausfahren."
Dirk Jung, Berlin
Auf dem Rückflug von Antalya nach Innsbruck tobte kurz vor dem Ziel ein Gewitter. Es war schon recht dunkel, und durch die Fenster war außer den Blitzen nichts zu erkennen. Die Maschine drehte bereits zur Landung ein, und das Fahrwerk war schon ausgefahren. Der Pilot informierte uns, dass er wegen des Unwetters eine etwas harte Landung erwarte und sich dafür schon im Voraus entschuldigen wolle.
Ein paar Sekunden später hörten wir plötzlich vom Cockpit: "Sch..., was macht der Berg auf der Landebahn!" Die Maschine wurde mit brachialer Gewalt vom Piloten nach rechts gerissen. Unter den Passagieren brach regelrecht Panik aus, und alle möglichen Gegenstände flogen durch das Flugzeug.
Beim zweiten Versuch setzte die Maschine sehr schräg auf der Landebahn auf und ruckte nochmals heftig hin und her. Der Pilot entschuldigte sich und begründete den Zwischenfall mit einem technischen Defekt im Flugzeug, durch den er auf Sicht landen musste - welche Sicht?
Achim Mantel, München
Nach dem Flug mit Aero Lloyd von Palma de Mallorca nach Düsseldorf kam die Ansage der Stewardess: "Meine Damen und Herren, bleiben Sie bitte noch sitzen. Es hat noch niemand geschafft, vor uns das Gate zu erreichen!"
Arnd Schöttler, Heiligenhaus
Vor drei Jahren bin ich an Bord einer KLM Boeing 747-Kombi, die Fracht und Passagiere transportiert, aus Los Angeles nach Amsterdam geflogen. Als wir endlich gelandet waren, wurde aus dem Cockpit mitgeteilt: "Wir bitten Sie dringend, noch sitzen zu bleiben! Wir haben kurz vor dem Abflug noch ein Stück schwere Fracht an Bord genommen - wenn Sie jetzt aufstehen und zum Ausgang laufen, würde das Flugzeug auf seine Heckflosse kippen. Darum bitten wir Sie zu warten, bis wir die Fracht ausgeladen haben."
Karsten Qualmann, Amsterdam, Holland
Nach der Landung einer dba-Maschine in Berlin-Tegel kam die Durchsage: "Der Kapitän, der Co-Pilot und der Autopilot verabschieden sich jetzt von unseren Fluggästen und wünschen noch einen schönen Abend in Berlin oder eine gute Weiterfahrt."
Hans-Joachim Fabry, Berlin
Nach der harten Landung unserer WestJet-Maschine aus Vancouver im kanadischen Edmonton - die härteste Landung, die ich bis jetzt erleben durfte - scherzte die Stewardess: "Dank unseres Kapitäns können Sie nach dem Verlassen des Flugzeugs Ihr Gepäck auf Startbahn 5 suchen!"
Armin Braatz, Edmonton, Kanada
Ein Flugkapitän sagte bei der Begrüßung der Passagiere: "Zufälligerweise und ohne unser Wissen sind heute meine Ehefrau und meine Ex-Ehefrau unter den Passagieren. Bitte sorgen Sie dafür, dass sie sich nicht im Gang begegnen - oder ich muss das Flugzeug verlassen."
M. M. Sieczkowski
In einem Air-India-Flugzeug auf dem Weg von Mumbai nach Delhi waren die Türen bereits geschlossen, die Triebwerke liefen. Mitten in der Begrüßung schrie die Stewardess hysterisch ins Mikrofon: "Are you mad?!" ("Sind Sie wahnsinnig?!") Die Fluggäste sahen sich alle geschockt an. Keiner wusste, was los war. Dann stellte sich heraus, dass jemand vom Bodenpersonal mit leuchtender Warnjacke noch auf der Toilette gesessen hatte. Als er merkte, dass das Flugzeug bereits losrollte, rannte er zur Tür und versuchte, diese zu öffnen. Wir fuhren dann zum Gate zurück, um den blinden Passagier abzugeben.
Martin Leybold
Beim Start eines United-Airlines-Transatlantikfluges auf dem Dulles Airport in Washington sagte der Pilot: "Meine Damen und Herren, wir starten jetzt. Ich hoffe, Ihr Ziel ist Frankfurt, Deutschland. Wenn nicht, dann ist es das jetzt."
Jörn Pachl, Braunschweig
Als Student habe ich am Flughafen Düsseldorf bei der Gepäckannahme gejobbt. Dort checkte ein älteres Ehepaar ein und wurde gefragt: "Gang oder Fenster?" Die beiden sahen sich an, der Mann meinte vorsichtig "Fenster?", die Frau entgegnete energisch: "Nein, wir nehmen Gang, da zieht es nicht so, wenn einer das Fenster öffnet."
Ein anderes Mal wollte ein Passagier ein Klappfahrrad aufgeben und wurde aufgefordert, die Luft aus den Reifen zu lassen. Er weigerte sich, und es entwickelte sich eine längere Diskussion über Sinn und Zweck dieser Maßnahme. Schließlich rief die Flughafenangestellte einen Vorgesetzten und erläuterte ihm kurz den Fall. Dieser lächelte den Passagier an und sagte kurz entschlossen: "Kein Problem, das Fahrrad kommt in den Anhänger." Der Passagier war erleichtert: "Ich wusste doch, dass es eine Lösung gibt!"
Ludwig Mertens, Viersen
Auf einem sehr schwach besetzten Flug von Nürnberg nach Hamburg mit einer kleinen Propellermaschine wurden vor dem Start einige Personen gebeten, sich auf einen anderen Platz zu setzen. Als Passagier dachte man in dem Moment, das wäre ein besonderer Service aufgrund der vielen freien Plätze.
Auf dem Weg zu Startbahn sagte dann aber der Pilot durch: "Guten Morgen, wir bitten Sie zu entschuldigen, dass sich einige von Ihnen umsetzen mussten. Doch da Sie fast kein Gepäck aufgegeben haben, mussten wir dafür sorgen, dass sich der Schwerpunkt des Flugzeugs an der richtigen Stelle befindet. Ob wir das auch richtig gemacht haben, werden wir in wenigen Minuten wissen."
Jonas Kühle
Auf einem Flug in die USA hat ein Freund von mir vor ein paar Jahren Folgendes erlebt: Der Pilot machte die gewöhnliche Ansage nach dem Start - und vergaß dann, das Mikrofon auszuschalten. In die Kabine hallte es: "Jetzt einen starken schwarzen Kaffee und eine Stewardess, die mir einen bläst!" Woraufhin eine Stewardess zum Cockpit stürzte und ein Passagier ihr nachrief: "Hey Süße, vergiss den Kaffee nicht!"
Angelo Schneider, Karlsruhe
Bemerkung der Redaktion: Vielleicht hat der Freund von Herrn Schneider auch dieses Erlebnis genossen. Bekannt ist es schon durch das US-Filmdrama "Good Will Hunting" (1997), in dem es zitiert wird.
Anfang der achtziger Jahre war ich in der DDR auf dem Flughafen Dresden als Bodenpersonal der Transportfliegerstaffel der Luftstreitkräfte stationiert. Eventuelle Passagiere der Transportflugzeuge mussten in der absoluten Holzklasse fliegen: klappbare Sitzbretter entlang des Rumpfes, ein Transport- und Verzurrband, Ladekran und absenkbare Heckrampe zum Auffahren von Fahrzeugen. Und ein Plumpsklo.
Einmal tauchten um 3 Uhr früh ein paar Mannschafts-Lkw auf mit Jungs von den Raketentruppen. Die meisten hatten Schiss, weil sie noch nie geflogen waren. Da drängelte sich ein Major die Rampe hoch und verkündete, dass die Überlebenschance bei einem Absturz am Heck unter dem Leitwerk am größten sei - dort, wo er gerade Platz für sich "befohlen" hatte. Der Mann hatte meinen Chef und mich kurz zuvor wegen unseres angeblich nicht-militärischen Verhaltens angemacht - da bot sich die Chance einer Revanche.
Mein Vorgesetzter sagte laut zu mir: "Liebscher, das klappert!" und rüttelte eindrucksvoll an dem Gestänge der Rampe. "Mach den Krempel richtig fest, nicht dass wir wieder die Laderampe beim Flug verlieren!" Blitzartig verschwand der Major Richtung Flugzeugspitze, wo er es sich dann neben dem Plumpsklo gemütlich machte.
Wir klärten natürlich die "einfachen" Dienstgrade auf, dass sie den sichersten Platz im ganzen Flugzeug hätten und die Rampe auf keinen Fall verloren ginge.
Ingo Liebscher, Bobritzsch
Auf einem Flug von Manila nach Singapur gab es bereits beim Steigflug Turbulenzen. Ich fragte bei dem Steward nach, wie lange das noch andauern würde: "Weiß ich nicht, aber Sie dürfen wenigstens Alkohol trinken."
Claudia Hauenstein, Singapur
Während eines Lufthansa-Fluges von Frankfurt nach Osaka mit einem neuen Airbus fielen plötzlich alle Bildschirme aus, einzelne Lampen erloschen. Dann kam die Durchsage: "Verehrte Fluggäste, gerade kam es zu einem Totalabsturz des Bordcomputers, alle Funktionen sind momentan ausgefallen! Wir versuchen nun einen Neustart."
Kurz darauf fügte die Stewardess hinzu: "Sobald der Entertainment-Computer wieder läuft, können Sie Ihre Filme weiterschauen." Zum Glück hatten die Piloten einen anderen "Computer", mit dem sie dann schließlich eine sehr gute Landung hinbekamen.
Kalle Hübner, Berlin
Auf einem Flug von Malaga nach Deutschland mit Germanwings flogen wir nachts über Paris. Der Kapitän sagte: "Die Passagiere auf den linken Sitzreihen können zu ihrer Linken Paris bei Nacht bewundern. Die Passagiere auf den rechten Sitzreihen hingegen können zu ihrer Linken Passagiere bewundern, die gerade Paris bei Nacht bewundern."
Tom Janas
Es war 1998 auf dem Rückflug von Nizza nach Frankfurt. Über den Alpen bemerkte ich beim Blick aus dem Fenster ein anderes Verkehrsflugzeug, das sich uns auf gleicher Höhe von der Seite näherte. Plötzlich gab unser Pilot voll Schub und zog die Maschine stark nach oben, während die andere Maschine unverändert auf ihrem Kurs weiterflog. Sie war inzwischen so nahe, dass wir die Fenster des Cockpits erkennen konnten.
Wir machten eine Stewardess darauf aufmerksam. Diese schaute aus dem Fenster, lächelte und meinte dann nur: "Gegen einen Quickie in dieser Höhe ist eigentlich nichts einzuwenden. Nur mit Flugzeugen ist das höchst ungesund." Ich war durchaus beeindruckt.
Peter Freier, Offenbach am Main
Bei einem Lufthansa-Flug nach Rom tönte es aus dem Cockpit: "Meine sehr verehrten Damen und Herren, binnen Kürze werden wir in Rom landen. Ich bitte Sie, sich nun wieder anzuziehen..." - gefolgt von einer kurzen erschreckten Pause, dann hemmungslosem Losprusten und schnellem Ausschalten des Mikrofons.
Dreimal versuchte der Pilot, seine Ansage zu wiederholen, dreimal musste er sie kichernd wieder abbrechen. Mittlerweile gluckste das ganze Flugzeug, jeder hatte offenbar das Bild einer Maschine voller nackter Passagiere vor Augen. So viele fröhliche Gesichter habe ich selten beim Aussteigen gesehen!
Friederike Mühlhans
Der Pilot: "Herzlich willkommen in Hannover. Wir sind pünktlich, und Sie werden alle Anschlüsse bekommen, auch nach Hamburg." Die Passagiere schauten aus den Fenstern und wunderten sich, schließlich sollte die Kiste in Hamburg landen und nicht in Hannover. Der Co-Pilot: "Sorry, das war ein kleiner Spaß von meinem Chef hier - der hat heute früh was Falsches geraucht."
Tobias Pottek
Durchsage des Flugkapitäns der PanAm nach der Landung auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen in New York: "Meine Damen und Herren, willkommen in den Vereinigten Staaten! Und für unsere britischen Passagiere: Willkommen in den Kolonien."
Harald Spies
Die Landung in Berlin war eher ein Aufschlag. Der Kapitän kommentierte per Bordlautsprecher: "Meine Damen und Herren, das Flugzeug muss einfach wissen, dass es unten ist."
Georg Igl
Nach einer Landung in Hamburg sagte der Pilot: "Herzlich willkommen in Hamburg. Wir fahren Sie jetzt zum indischen Gate. Sie wissen schon, das ist ganz am Ende des Ganges."
Tobias Pottek
Nach einem Air-Berlin-Flug von Köln nach Valencia am sehr frühen Dienstagmorgen nach Rosenmontag kündigte der Kapitän an: "Eine Information für die Fluggäste, die den Anschlussflug nach Palma de Mallorca nehmen: Bitte beachten Sie, dass das Ankunft-Gate auch gleichzeitig Ihr Absturz-Gate ist." Kurze Pause. Dann sagte der Kapitän kichernd: "Das sollte natürlich Abflug-Gate heißen! Da waren meine Gedanken gerade wohl woanders. Verzeihen Sie, verehrte Passagiere, gestern war Karneval." Da wir schon sicher gelandet waren, bekam der Pilot Applaus.
Mark Jakob, Köln
Vor dem Start unserer American-Airlines-Maschine von Dallas nach Wichita Falls machte der Steward diese Durchsage: "Willkommen auf dem 25-minütigen Flug. Wir starten in wenigen Minuten, werden kurz danach unsere Reisehöhe erreichen und wenige Minuten später nach einem 45-Grad-Sturzflug auf dem Flughafen in Wichita Falls landen." Dann fügte er noch hinzu: "Sie brauchen nicht nervös zu sein, der Kapitän ist es auch nicht - und der macht den Anflug zum ersten Mal!"
Michael Renemann, Spelle
Als wir eine ganze Weile in Berlin-Tempelhof auf unseren Abflug warten mussten, erklärte eine Stewardess: "Bitte entschuldigen Sie die Verspätung, aber der Pilot musste sich erst noch mit dem Flugzeugtyp vertraut machen."
Norbert Busche, Bad Tölz
Wir waren alle sehr überrascht, im startbereiten Air-France-Flugzeug auf dem Weg von Straßburg nach Paris die Melodie von "Spiel mir das Lied vom Tod" zu hören.
Achim Geiler, St. Louis, USA
Vor dem Start eines Linienfluges der Debonair von München nach Mönchengladbach im Jahr 1998 saßen meine Frau und ich zusammen mit nur einem weiteren Fluggast an Bord einer BAe 146, die 80 bis 100 Plätze hat. Die Besatzung schaute immer wieder nach, ob noch ein Shuttle-Bus mit weiteren Passagieren käme, aber vergeblich. Schließlich startete die Maschine mit drei Passagieren. Der Kapitän meldete sich: "Wir begrüßen Sie auf unserem Flug nach Mönchengladbach. Als besonderen Service bieten wir heute jedem Gast seinen persönlichen Flugbegleiter." Ein Jahr später war die Airline pleite. Kein Wunder bei dem exklusiven Service.
Stefan Mayer, Utting
Durchsage auf dem Flughafen London-Stansted: "Please do not leave any children unattended. Unattended children will be removed and may be destroyed." ("Bitte lassen Sie Ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt. Unbeaufsichtigte Kinder werden entfernt und möglicherweise zerstört.")
A. Kleinke, Leipzig
Auf einem Flug von Lyon nach Köln hatte unsere kleine Propellermaschine mit einigen Turbulenzen zu kämpfen. Erst heftiges Geschaukel, dann plötzlich ein rasanter Höhenverlust. Schließlich kam eine Ansage aus dem Cockpit: "Bitte entschuldigen Sie die verspätete Durchsage. Hier spricht Ihr Co-Pilot. Dem Kapitän ist schlecht geworden, daher konnte er keine Durchsagen machen. Und ich war mit Fliegen beschäftigt." Und er fügte hinzu: "Für die Statistiker unter Ihnen: Der Höhenverlust betrug gerade 250 Meter. Das war auch für mich eine Premiere. Weiterhin guten Flug. Ich segele dann mal weiter."
Robert J. Bielesch, Köln
Flug von Miami nach Paris: Die Turbulenzen wurden immer heftiger. Das Flugzeug stieg und sank, Becher flogen durch die Gegend, die Passagiere schauten unruhig um sich. Ich wollte versuchen, mich mit Lesen abzulenken, nur leider ging meine Leselampe nicht mehr. Als ich das einer Stewardess mitteilte, meinte die nur lapidar: "Don't worry, you will see enough light in paradise!" ("Keine Sorge, im Paradies werden Sie genug Licht haben!")
Susann Trinh Quang, Dresden
Auf einem Flug von Malta nach Düsseldorf kamen wir über Italien in heftige Turbulenzen. Der Kommentar des Piloten dazu war: "Sehr geehrte Fluggäste, es besteht kein Grund zur Beunruhigung. Diese Gegend wurde damals von den Römern einfach schlecht gepflastert!"
Dirk Wilske, Bonn
Vor etwa 25 Jahren flog ich mit der Lufthansa von Venedig nach Düsseldorf. Als wir etwa zehn Minuten in der Luft waren, gerieten wir in ein schweres Gewitter. Es waren die schlimmsten Turbulenzen, die ich in 30 Jahren als Vielflieger erlebt habe. Nach der Landung hörte ich das Gespräch zweier Piloten, die Passagiere auf unserem Flug waren. Der eine sagte: "Mann, ich habe mir fast in die Hose gemacht!" Und der andere antwortete: "Ich hätte auch nicht gedacht, dass wir das überleben."
Ed Damvelt, Howick, Neuseeland
Bei einem Flug von Erfurt nach Agadir versuchte die Crew der Royal-Air-Maroc-Maschine die Ansagen auf Deutsch zu machen: "Im Notfall werden Sie von den kleinen Lampen zu den Notausgängen gefeuert."
Philipp Hoffmann, Hannover
Im Anflug auf Mumbai in Indien vor ein paar Jahren: Die Crew machte ihre Standardansage: "In wenigen Minuten landen wir in Mumbai. Bitte kehren Sie zu Ihren Sitzen zurück, legen Sie den Sicherheitsgurt an und stellen Sie die Rückenlehnen aufrecht." Das Flugzeug begann mit dem Sinkflug. Doch etwa zehn Minuten später flogen wir eine scharfe Rechtskurve und stiegen wieder.
Dann meldete sich der australische Co-Pilot aus dem Cockpit: "Ladies and gentlemen, unsere Landung wird sich bedauerlicherweise ein wenig verzögern. Es befinden sich anscheinend gleich mehrere Kühe auf der uns zugewiesenen Landebahn.
Der Tower informiert uns, dass man leider keine Gewalt anwenden könne, aber alles versucht werde, die heiligen Geschöpfe dort wegzulocken und in Sicherheit zu bringen." Kurze Pause, dann kam der trockene Nachsatz: "Lassen Sie uns hoffen, dass es gelingt, bevor uns der Sprit ausgeht. Bis dahin genießen Sie die Extrarunden. Und willkommen in Indien!" Glücklicherweise waren uns die Götter wohlgesinnt - nach etwa einer Dreiviertelstunde Kreisen konnten wir sicher landen.
Silke Preussker, Hongkong
Auf einer Flugreise, bei der wir circa 200 Kilometer von Nowosibirsk aus mit einem extrem kleinen, alten Flugzeug fliegen mussten, wurde das Gepäck zwischen den Passagieren verstaut, unter anderem auch eine Ziege. Der Kapitän ließ die Tür zum Cockpit offen, so dass man einen herrlichen Blick nach vorn hatte, aber doch das Gefühl bekam, man befände sich in einem fliegenden Traktor. Ich habe von Anfang an innerlich gebetet, dass dieser Alptraum schnell zu Ende geht. Zur Entspannung bin ich dann in die Kabine des Kapitäns gegangen und habe ein paar Worte mit ihm gewechselt. Plötzlich stand er auf und sagte mir, ich solle mich auf den Pilotenstuhl setzen.
Er zeigte mir kurz, wie ich das Steuer halten sollte und verschwand dann auf der Toilette. Ich habe mich noch nie so schwach gefühlt wie in diesem Moment! Zum Glück kam er schnell wieder und grinste mich an. Mein Puls war auf 180!
Mathias Bergmann, München
Nachdem wir auf einem Flug von Hamburg nach London gerade zehn Minuten in der Luft waren, stürzte eine Stewardess gut sichtbar für alle Passagiere an ein Fenster und brüllte: "O mein Gott, die Tragfläche!!" Viele Fluggäste schrien, und alle schauten entsetzt auf die völlig intakte Tragfläche, woraufhin die Stewardess in ihr Mikrofon sagte: "Ich wollte das immer schon mal machen. Entschuldigen Sie. Wir werden in Kürze mit dem Servieren der Bordgetränke beginnen." Auffallend viele Passagiere bestellten alkoholhaltige Getränke.
Felix Schulz, Hamburg
Auf einem Flug von Berlin nach Frankfurt fuhr der Pilot das Fahrwerk mehrmals aus und gleich wieder ein. Nach dem fünften oder sechsten Mal kam dann eine Durchsage aus dem Cockpit: "Meine Damen und Herren, wie Sie sicher bemerkt haben, wurde das Fahrwerk mehrmals aus- und wieder eingefahren. Wir haben drei Kontrollleuchten, von denen eine nicht ausgegangen ist. Jetzt ist sie aus." Und nach einer Pause fügte er hinzu: "Oder die Lampe ist kaputt."
Johann Nemetz, Hofheim am Taunus
Nachdem wir auf einem Lufthansa-Flug von München nach Berlin die Reiseflughöhe erreicht hatten, meldete sich der Kapitän: "Sehr geehrte Damen und Herren, wie Sie sehen, ist unser Flug nach Berlin heute Abend nicht besonders voll. Sie haben daher die freie Sitzwahl. Wir bitten Sie, einen Fensterplatz einzunehmen, damit die Konkurrenz denkt, wir wären ausgebucht."
Claus-Henning Cappell, Heidelberg
Vor einigen Jahren auf einem Flug von Budapest nach Berlin hatte eine easyJet-Stewardess sehr gute Laune. Beim Snackverkauf beugte sie sich besonders tief zu den Passagieren herunter und flüsterte: "Haben Sie irgendwelche Gelüste oder sonstige Begierden?"
István Koren, Berlin
Vor einiger Zeit flog ich mit Air Berlin von Düsseldorf nach Nürnberg. Nachdem der Pilot ohne Erklärung zwei Schleifen über Nürnberg geflogen war, setzte er zur Landung an, flog dann aber in einer Höhe von etwa 400 Metern einfach über die Landebahn hinweg. Kurz darauf kam die Durchsage: "Wie Sie sicher bemerkt haben, sind wir soeben im Tiefflug über die Landebahn geflogen. Der Tower hat uns informiert, dass sich ein Sportflugzeug im Bereich des Flughafens verirrt hat und sie im Moment versuchen, den Sportflieger wieder einzufangen. Sobald der Geisterfahrer die Landebahn verlassen hat, werden wir landen."
Thorsten Grosse, Fürth
Nach einer sehr harten Landung in Memphis, die sich wie ein Manöver auf einem Flugzeugträger anfühlte, kam die Ansage vom Ersten Offizier: "Ich möchte mich im Namen des Kapitäns für die harte Landung entschuldigen. Ich darf Ihnen leider nicht wörtlich mitteilen, was er gesagt hat. Aber ich kann Ihnen versichern, dass es ihm sehr leidtut."
Sören Papsdorf, Washington, USA
Nach der sehr harten Landung in Rom kam die fröhliche Ansage aus dem Cockpit: "Meine Damen und Herren. Das war ich nicht, das war der Erste Offizier."
Christiane und Wilhelm Zimmermann, Sankt Augustin
Bei der Landung unseres Fluges von Frankfurt nach Boston fiel die Maschine die letzten zehn Meter wie ein Stein auf die Landebahn, dadurch platzte ein Großteil der linken Reifenummantelung, das Flugzeug brach nach links aus und wurde fast im selben Moment zurück nach rechts gerissen. "Prima Landung", meinte ich zu der Stewardess, während die Maschine in Schräglage zum Gate eierte. Sie antwortete extrem gelassen: "Nun ja, jeder fängt mal an." Wie sich herausstellte, hatte der Co-Pilot seine erste echte Landung durchgeführt, während der überwachende Pilot sicherstellte, dass die Maschine nicht im Bostoner Hafen landete.
Ilja Albrecht, Sliema, Malta
Die Landung unseres Lufthansa-Fluges aus Hamburg in Oslo war sehr hart. Prompt folgte die aufgedrehte Durchsage des Piloten: "Heidewitzka, woohoo!!!"
Daniel Michalczyk, Oslo, Norwegen